Evaluation

Die Evaluation dient im Rahmen der Inklusionsorientierten UNI-Klasse nicht nur der seminarinternen Evaluation der erarbeiteten und erprobten Lernumgebungen,, sondern erhebt darüber hinaus Anspruch Auswirkungen auf die Einstellungen der Studierenden bezüglich inklusionsorientierter Settings zu erheben. 

Sie verfolgt somit zwei Ziele:

 

  1. Verlaufsevaluation: Studierende erproben die entwickelten Lernumgebungen und werden dabei videographiert. Durch die Analyse des Videos kann die eigene Unterrichtsplanung und dessen Verlauf reflektiert und gegebenenfalls verändert werden. 
  2. Prä-Post Evaluation: Die Einstellungen und Haltungen der Lehramtsstudierenden gegenüber Inklusion und einer Unterrichtsentwicklung und -erprobung  in inklusiven Settings werden zu zwei Zeitpunkten (1. Sitzung des Seminars, letzte Sitzung des Seminars) erhoben

 

Verlaufsevaluation mittels Videographie

- in Arbeit- 

 

 

 

 

Prä-Post-Evaluation mittels Fragebogen

Dieser dritte Pfeiler der Inklusionsdidaktischen UNI-Klasse soll nicht nur in der seminarinternen Evaluation der erarbeiteten und erprobten Lernumgebungen bestehen, sondern erhebt darüber hinaus Auswirkungen auf die Einstellungen der Studierenden bezüglich inklusionsorientierter Settings. Eine erste Pilotierung (Sose 2018) nutzte den Fragebogen EFI-L (Seifried 2015), der sowohl „kognitive Zuschreibungen und Überzeugungen, als auch verhaltensbezogene und affektive Dispositionen, die mit dem Einstellungsobjekt inklusiver Unterricht zusammenhängen“ (Seifried 2016, 32) erhebt.

 

In einem Teil des Fragebogens werden Profile von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf vorgestellt, wobei die Studierenden u.a. zur Frage Stellung nehmen sollen, ob sie sich eine Beschulung eines solchen Kindes in einem inklusiven Setting vorstellen können (Kind A: Förderschwerpunkt Lernen, Kind B: schwer mehrfach behindert, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, wird über Sonde ernährt, Kind C: hochbegabt, sozio-emotionaler Förderbedarf, Kind D sehbehindert, nutzt die Braille-Schrift). Eine Auswahl erster Ergebnisse aus der Pilotierung von Erhebungen in der Inklusionsdidaktischen UNI-Klasse werden hier abschließend vorgestellt:

Die Grafik zeigt, dass sich die Studierenden der Regelschule durch das Seminar eher zutrauen, Kinder mit sozio-emotionalem Förderbedarf und Lernbehinderungen in einem inklusionsorientierten Unterricht unterrichten zu können. Hinsichtlich ihrer Befürchtungen eines Unterrichtens in einer inklusiven Schule befragt, geht erfreulicherweise die Angst vor Überforderung deutlich zurück


Die Beschäftigung mit den Grenzen der Zuteilung individueller (persönliche Überforderung), pädagogischer (Berücksichtigung individueller Bedürfnisse) und gesellschaftlicher (Ausgrenzung, Rahmenbedingungen) Ressourcen, kann Einstellungen auf individueller und pädagogischer Ebene positiv beeinflussen. 


Die ersten, aus der Pilotierung gewonnen Daten machen zuversichtlich, dass die Seminarkonzeption der Inklusionsdidaktischen UNI- Klasse tatsächlich Einstellungen gegenüber inklusionsorientierter Unterrichtsplanung und –durchführung positiv beeinflussen kann und zur Entwicklung einer inklusionssensiblen Haltung zukünftiger Grundschullehrkräfte beitragen kann.