Projekt im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung 9/2016-12/2018 (Prof. Kahlert)

Hintergrund und Ziele

Entwicklung einer hochschuldidaktischen Konzeption inklusionsorientierten Unterrichts

 

Die Annäherung an einen inklusionsorientierten Unterricht, das wurde in der Vergangenheit immer deutlicher, ist nicht mit systemischen Hauruck-Methoden umzusetzen, es handelt sich vielmehr um eine langsame Annäherung und ein permanentes Aushandeln der Verteilung verschiedener, im Kern vor allem pädagogisch begrenzter Ressourcen (Kahlert/Grasy 2018). Ein solches Abwägen der Zuteilung individueller, pädagogisch-didaktischer und gesellschaftlicher Ressourcen schafft Zielkonflikte für Institutionen (wie die Schule) und für die in den Institutionen Handelnden (wie für Lehrerinnen und Lehrer). Zudem gilt es den ebenfalls immer deutlicher formulierten Anspruch eines inklusionsorientierten Unterrichts zu berücksichtigen, bei dem die „Fachdidaktiken sowie die Schulpädagogik […] verstärkt an der Entwicklung inklusionsdidaktischer und inklusionspädagogischer Lehrbausteine für die Lehreraus- und fortbildung arbeiten [sollten]“ (Heimlich, Kahlert, Lelgemann, Fischer, 2016, S. 150). Als ein besonders wichtiges Feld der Kompetenzentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern hat sich das Microteaching (Hattie 2014) erwiesen. Zudem ist gemäß der KMK-Forderung (2013) gerade auch während der Ausbildung die Frage der persönlichen Eignung für den Beruf nicht außer Acht zu lassen und es ist bedeutsam, Anforderungen im Hinblick auf die persönliche Haltung und die persönliche Kompetenz zu reflektieren.

 

Literaturangaben:

 Hattie, John; Beywl, Wolfgang (2014): Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Überarb. dt.-sprachige Ausg. / besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren.

 Heimlich, Ulrich; Kahlert, Joachim; Lelgemann, Reinhard (2016): Inklusives Schulsystem. Analysen, Befunde, Empfehlungen zum bayerischen Weg (Klinkhardt Forschung).

 Kahlert, J., Grasy B. (2018): Vom inklusiven Anspruch zum inklusionsorientierten

Handeln – Anmerkungen zu einigen Missverständnissen in der Inklusionsdebatte. In: Kahlert, J. (Hrsg) Die Inklusionssensible Grundschule, Kohlhammer.

 

Für die Hochschuldidaktik erfordert dies vermehrt Seminarkonzepte, die eine Verzahnung von theoriegeleitetem Wissen um Grundlagen der Inklusion und inklusionsorientierte Unterrichtsplanung mit dem konkreten Entwickeln, Erproben und Evaluieren des eigenen Unterrichtshandeln in inklusiven Settings möglich machen.